Sozialfonds
Förderung von Integrations- und Sozialprojekten in Ostwestfalen-Lippe

Zwölf Projekte ausgewählt
Das Auswahlgremium des OWL-Corona-Sozialfonds hat entschieden: Zwölf Projekte aus Ostwestfalen-Lippe werden mit insgesamt rund 1,8 Millionen Euro gefördert. Damit setzt der Fonds ein deutliches Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung und nachhaltige Integration in der Region. Wie die verbleibenden rund 1,4 Millionen Euro eingesetzt werden, entscheidet sich bei einer zweiten Ausschreibungsrunde 2027.
Der OWL-Corona-Sozialfonds war im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung zwischen der Premium Food Group (vormals Tönnies-Gruppe) und dem Land Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen worden. Die Vergleichssumme von 3,2 Millionen Euro wird vollständig für soziale Projekte bereitgestellt, die insbesondere Beschäftigten der Fleischindustrie und deren Familien zugutekommen sollen. Ziel ist es, Menschen in schwierigen sozialen oder wirtschaftlichen Situationen zu unterstützen und die gesellschaftliche Integration zu fördern.
Starkes Signal des Zusammenhalts
Die Auswahl der geförderten Projekte erfolgte durch ein unabhängiges Gremium, bestehend aus je einem Vertreter des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS), der Premium Food Group sowie Anna Katharina Bölling, Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Detmold. „Die große Resonanz und die Vielfalt der eingereichten Projekte zeigen, wie engagiert die Menschen in Ostwestfalen-Lippe sind, wenn es um Solidarität und Integration geht“, betont Katharina Meschede, die bei der Premium Food Group für die Projektkoordination verantwortlich ist.
Die Vergabe der Mittel stellte das Gremium vor eine anspruchsvolle Aufgabe: Insgesamt waren 49 Anträge eingegangen, die allesamt durch ihr großes Engagement und innovative Ansätze in der Integrationsarbeit überzeugten. „Jeder der eingereichten Projektanträge hätte eine Förderung verdient“, ergänzt Dr. Gereon Schulze Althoff, der die Premium Food Group im Gremium vertrat. „Angesichts der begrenzten Mittel musste das Vergabegremium nach sorgfältiger Prüfung und unter Berücksichtigung der Förderschwerpunkte des Fonds jedoch Prioritäten setzen.“
Vielfältige Ansatzpunkte
Die Bandbreite der bewilligten Projekte ist groß. Sie reicht von aufsuchender Sozialarbeit über Angebote zum Spracherwerb bis hin zu Familiencoaching. Projektbeginn ist jeweils am 1. Januar 2026. Die Laufzeit beträgt bis zu drei Jahre. Am 5. März 2026 kommen alle Beteiligten zu einer Auftaktveranstaltung bei der Premium Food Group in Rheda-Wiedenbrück zusammen.
AWO Versmold
Schulische Integration für Kinder aus Mittel- und Südosteuropa in der Stadt Versmold
Im Rahmen des Projektes soll die schulische und soziale Integration von Schüler:innen verbessert werden. Dies geschieht durch gezielte Begleitung und Förderung der Kinder unter Einbeziehung der Eltern. Im Rahmen des Projekts sollen zudem ehrenamtliche Pat:innenstrukturen aufgebaut werden und die schulischen Akteur:innen im Umgang mit den Kindern und Familien gestärkt werden.
Fördersumme: 89.820,88 €
AWO Verl
Aufsuchende Sozialarbeit für Kinder und Familien aus Mittel- und Südosteuropa in der Stadt Verl
Im Rahmen des Projektes werden aufsuchende sozialpädagogische Angeboten für Kinder und Familien aus Mittel- und Südosteuropa in der Stadt Verl, insbesondere in den Stadtteilen Sürenheide sowie Kaunitz initiiert und etabliert. Dadurch sollen die Kinder und Familien gestärkt und die Integration gefördert werden. Darüber hinaus soll ein tragfähiges Unterstützungsnetzwerk aufgebaut und verstetigt werden.
Fördersumme: 89.620,88 €
Alevitische Gemeinde Rheda-Wiedenbrück e.V.
Brücken bauen – Unterstützung und Integration von Arbeitsmigrant:innen in OWL
Das Projekt stärkt Frauen und Männer mit Migrationsgeschichte, insbesondere Angehörige von Beschäftigten der Fleischindustrie. Es schafft einen geschützten, regelmäßigen Begegnungsraum, der kulturelle Teilhabe, Austausch und persönliche Entwicklung ermöglicht. Ziel ist es, Teilnehmende wöchentlich zusammenzubringen, ihre sozialen Kompetenzen zu stärken und ihre Selbstwirksamkeit zu fördern. Geplante Maßnahmen: Interkultureller Kochkuruss, Näh- und Handarbeitswerkstatt und Baglama-Kursus zur Stärkung kultureller Identität. Durch diese Angebote schaffen die Akteure nicht nur Lern- und Begegnungsmöglichkeiten, sondern eröffnen insbesondere Menschen, die bisher kaum Angebote erreicht haben, neue Perspektiven und Zugehörigkeit. So entsteht ein Ort, an dem Integration erlebt wird.
Fördersumme: 7.500,00 €
Caritasverband für den Kreis Gütersloh e.V.
Familien-Coaching für zugewanderte Familien aus Mittel und Südosteuropa im Kreis Gütersloh
Das Projekt „Familien-Coaching“ verfolgt das Ziel, die Integration bleibewilliger Familien aus Mittel- und Südosteuropa (MSOE) nachhaltig zu fördern. Im Fokus stehen Familien, die bereits erste Schritte zur gesellschaftlichen Teilhabe gegangen sind und nun gezielte Unterstützung benötigen, um sich dauerhaft in der Region zu verwurzeln. Muttersprachliche pädagogische Fachkräfte identifizieren im Rahmen des Projekts bleibewillige Familien mit Entwicklungspotenzial und begleiten sie individuell. Gemeinsam werden realistische Integrationsziele erarbeitet – etwa im Hinblick auf Spracherwerb, Bildungszugänge, gesellschaftliches Engagement oder den Zugang zu Arbeit-, Wohn- und Freizeitangeboten. Durch diese Förderung werden Selbstwirksamkeit und eigenständige Teilhabe gestärkt. Eine pädagogische Fachkraft coacht und betreut jeweils die gesamte Familie aus einer Hand.
Fördersumme: 270.000 €
Ev. Johanneswerk gGmbH
BIG – Brücken zu Integration in Gütersloh
Das Projekt „BIG – Brücken zu Integration in Gütersloh“ etabliert eine*n regionale*n Integrationsmanager*in in Gütersloh, der/die systematisch Menschen mit Migrationshintergrund in ihren Communities erreicht und für zukunftssichere Berufe in der Altenhilfe gewinnt und sie sowohl bei der Integration in den Betrieb als gegebenenfalls auch bei der Ausbildung kontinuierlich unterstützt.
Fördersumme: 105.415,50 €
GAB Solidargesellschaft mbH der Stiftung Solidarität
Zukunft OWL – mit Lotsenkompetenz zur erfolgreichen Integration
Das Projekt zielt auf die nachhaltige Integration von Arbeitsmigrant*innen und deren Familien aus Südosteuropa in OWL. Im Fokus stehen eine aufsuchende, niedrigschwellige Beratung und direkte Ansprache der Zielgruppe im Wohn-, Sozial- und Arbeitsumfeld. Ziel ist die Verbesserung ihrer Lebensumstände – insbesondere in den Bereichen Arbeitsmarktintegration, Wohnsituation, medizinische Versorgung, Bildungszugang und Sprachkenntnisse. Die Beratung erfolgt durch eine erfahrene, mehrsprachige Fachkraft, unterstützt durch Netzwerke mit Schulen, Kitas, Gewerkschaften und weiteren Institutionen. Durch gezielte Vermittlung und Verweisberatung wird eine nachhaltige Teilhabe und langfristige Verbesserung der Lebensrealität angestrebt. Durch die gute Vernetzung und kompetente Verweisberatungen wird Doppelstrukturen entgegengewirkt.
Fördersumme: 156.768,00 €
Frauen für Frauen e. V.
NADIA – Hoffnung auf ein gewaltfreies Leben: Ein Projekt zu Gewaltprävention und Stärkung von Frauen im Umfeld der Fleischbranche
Trotz der Verpflichtung zur Umsetzung der Istanbul-Konvention fehlen in der Region bislang spezifische, kultursensible und niedrigschwellige Angebote zur Gewaltprävention und zur Stärkung von Frauen im Umfeld der Fleischbranche. Das Projekt NADIA schließt diese Lücke: durch mobile Beratung, kultursensible Öffentlichkeitsarbeit, gezielte Vernetzung mit sozialen, medizinischen und betrieblichen Akteur*innen sowie durch Schulungen zur Sensibilisierung und Handlungssicherheit. Ergänzt wird das Angebot durch kollegiale Fallbesprechungen. Ziel ist es, betroffene Frauen frühzeitig zu erreichen, wirksam zu beraten und nachhaltig zu unterstützen.
Fördersumme: 211.235,41 €
Stadt Rheda-Wiedenbrück
Sprachförderung in Kitas – Vielfalt leben, Deutsch lernen
Das Projekt fördert die Sprachkompetenz nicht-deutschsprachiger Kinder aus Mittel- und Südosteuropa in zehn Kitas in Rheda-Wiedenbrück mit hohem Förderbedarf. Im Fokus stehen Kinder, pädagogische Fachkräfte und Eltern. Die Kinder erhalten wöchentlich zusätzliche Sprachförderstunden, integriert in den Kita-Alltag oder als gezielte Förderung. Kita-Fachkräfte werden durch moderierte Austauschrunden zu Sprachförderung, Sprachdiagnostik und dem Einsatz geeigneter Materialien weiterqualifiziert.
Das Projekt entwickelt eine Sammlung von ausgewählten Sprachfördermaterialien. Eltern werden mit mehrsprachigen Empfehlungen zur Sprachförderung informiert und zur aktiven Nutzung ermutigt. Eingebettet ist das Projekt in die Allianz für Bildung und Chancen, eine Kooperation zwischen Rheda-Wiedenbrück und dem Zentrum für Bildung und Chancen gGmbH. Ziel ist es, Sprachförderung als Schlüssel für Bildungschancen vor Ort zu stärken, da die Stadtgesellschaft gerade hier einen hohen Bedarf sieht.
Fördersumme: 270.000,00 €
Stadt Rheda-Wiedenbrück
Sprachförderung an Grundschulen – mit Worten wachsen
Die schulunterstützende Sprachförderung an den Grundschulen führt langfristig zu einer gelungenen Integration und Chancengleichheit der 12 % Grundschulkinder in RhedaWiedenbrück, die infolge von Arbeitsmigration aus Mittel- und Südosteuropa zugewandert sind. Durchgeführt wird das Projekt von Fachkräften der VHS Reckenberg-Ems an 6 Grundschulen. Diese bieten Kindern mit geringen Deutschkenntnissen eine weitere individuelle Förderung und unterstützen somit die Schulen.
Mit den beantragten Fördermitteln sollen die bereits bestehenden personellen Förderkapazitäten der VHS ausgeweitet und an die bestehenden Bedarfe angepasst werden. Die Stadt Rheda-Wiedenbrück wird im Rahmen der Allianz für Bildung und Chancen ergänzend dazu Ressourcen einbringen, die darauf gerichtet sind diese Sprachförderangebote mit Qualifizierungsangeboten und Netzwerkarbeit zu begleiten.
Fördersumme: 165.500,00 €
Trägergemeinschaft TfK Gütersloh
Ankommen & Aufblühen – Begleitung für Familien mit Kita-Anschluss
Der Trägerverbund der Kindertageseinrichtungen im Evangelischen Kirchenkreis Gütersloh betreibt ein regional bedeutsames Netzwerk von 17 Kitas, die Kinder und Familien verschiedener Herkunft familiennah betreuen. Besonders Familien mit Migrationshintergrund aus Mittel- und Südosteuropa, die im Zuge der Arbeitsmigration nach Deutschland gekommen sind, entwickelt eine Sammlung von ausgewählten Sprachfördermaterialien. Eltern werden mit mehrsprachigen Empfehlungen zur Sprachförderung informiert und zur aktiven Nutzung ermutigt.
Eingebettet ist das Projekt in die Allianz für Bildung und Chancen, eine Kooperation zwischen Rheda-Wiedenbrück und dem Zentrum für Bildung und Chancen gGmbH. Ziel ist es, Sprachförderung als Schlüssel für Bildungschancen vor Ort zu stärken, da die Stadtgesellschaft gerade hier einen hohen Bedarf sieht.
Fördersumme: 251.635,01 €
Asociația Culturală Românească Valahia Gütersloh e.V.
Rumänische Gemeinde Paisie von Neamț – Integration, Kultur und Soziales Zuhause für Rumänen im Kreis Gütersloh
Das Projekt schafft eine stabile Basis für die Integration, die soziale Unterstützung und den kulturellen Austausch der rumänischen Community im Kreis Gütersloh. Die Gemeinde fungiert als Brücke zwischen den Generationen, indem sie die kulturelle Identität der Kinder und Jugendlichen bewahrt und gleichzeitig deren zügige Integration in die deutsche Gesellschaft aktiv fördert.
Fördersumme: 25.000,00 €
Bürgerkiez gGmbH
Sozialkulturelle Angebote in OWL
Das Projekt erleichtert Menschen aus der Fleischindustrie und deren Angehörige und Familien den Zugang und die Partizipation an sozialkulturellen Angeboten in OWL. Diese Angebote bestehen aus eigens für das Projekt aufgesetzte Formate aus den Bereichen Lernen/Beratung, Kursangebote und Kultur. Im Vordergrund stehen die niederschwellige Vernetzung und der Austausch mit Gleichgesinnten aber auch anderen Menschen der Gesellschaft. Daneben ermöglicht das Projekt Zugänge zu offenen, existierenden sozialkulturellen Angeboten durch zielgruppenadäquate Anspreche und (nahezu) kostenfreie Teilnahme an Kursen. Angeboten und kulturellen Veranstaltungen. Diese können aus dem Kerngeschäft des Projektpartners, aber auch von anderen Einrichtungen kommen. Diese Säule unterstützt in besonderem Maße die Integration in andere Gruppen der Gesellschaft. Der Projektpartner Bürgerkiez bietet seit mehr als zehn Jahren Formate für förderungswürdige Zielgruppen an eigenen und Partner-Standorten an.
Fördersumme: 172.500,00 €
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