Gleich zwei Jubiläen markieren 2026 besondere Momente in der Geschichte der Premium Food Group: Das Familienunternehmen feiert sein 55-jähriges Bestehen. Zudem feiert der Geschäftsführende Gesellschafter Clemens Tönnies am heutigen 27. Mai seinen 70. Geburtstag. Zwei Anlässe, die eng miteinander verbunden sind und eine Unternehmensgeschichte widerspiegeln, die von unternehmerischem Mut, Resilienz und konsequenter Weiterentwicklung geprägt ist.

Die Wurzeln dieser Entwicklung gründen in einfachen Verhältnissen. Aufgewachsen in einer kinderreichen Metzgerfamilie in Rheda-Wiedenbrück, erlebten Bernd und Clemens Tönnies zusammen mit ihren vier Schwestern früh, wie hart wirtschaftliches Überleben und Aufstieg erarbeitet werden müssen. Die Familie lebte vom Handwerk. Die Kinder packten mit an – im Verkauf, in der Produktion, im täglichen Geschäft. Diese Erfahrungen haben ein Verständnis für Verantwortung und Durchhaltevermögen geprägt, das Clemens Tönnies bis heute begleitet hat und den unternehmerischen Weg bestimmt.

Effizient, standardisiert und in gleichbleibender Qualität

„Ich habe früh gelernt, dass man für jeden Schritt hart arbeiten muss“, sagt Clemens Tönnies rückblickend. Aus dieser Erkenntnis heraus endstand 1971 gemeinsam mit seinem Bruder Bernd Tönnies die Idee der Selbstständigkeit. Die Vision der beiden Brüder, damals im Alter von 15 und 19 Jahren, war ebenso einfach wie wegweisend: die Fleischverarbeitung konsequent zu spezialisieren und der weiterverarbeitenden Industrie exakt die Teilstücke bereitzustellen, die benötigt werden – effizient, standardisiert und in gleichbleibender Qualität. „Ein hochpreisiges Filet zur Wurst zu verarbeiten war auch damals schon Quatsch“, erinnert sich der Familienunternehmer.

Damit griffen die Jungunternehmer eine damalige strukturelle Schwäche der Branche auf, die zu dieser Zeit noch stark handwerklich geprägt war. Die gezielte Industrialisierung der Zerlegung, der Aufbau effizienter Prozesse und eine konsequente Ausrichtung auf Kundenbedarfe wurden zu den entscheidenden Wachstumstreibern. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Unternehmen Schritt für Schritt weiter: vom regionalen Fleischgroßhandel mit rund 20 Mitarbeitenden über die kontinuierliche Expansion in den 1970er-Jahren bis hin zu großvolumigen Investitionen in moderne Produktionsstandorte, dem Aufbau des heutigen Leitwerks in Rheda-Wiedenbrück als einem zentralen Pfeiler der Unternehmensstruktur und der Internationalisierung der Gruppe mit zahlreichen Standorten im Ausland. „Wir sind bei Null angefangen und haben alles selbst aufgebaut“, erklärt Clemens Tönnies die kontinuierliche Entwicklung der Familienfirma bis hin zum heutigen Konzern.

Vom Fleischverarbeiter zu einem der größten Lebensmittelproduzenten Europas

Parallel dazu wurde die Wertschöpfung konsequent erweitert und integriert. Spezialisierung, Effizienz und vertikale Integration – heute zentrale Begriffe der Branche – gehörten früh zum strategischen Fundament des Unternehmens. Im Jahr 2026 zählt die Premium Food Group – hervorgegangen aus der Tönnies Gruppe – zu den führenden Lebensmittelproduzenten Europas. Der Standort Rheda-Wiedenbrück ist dabei das Zentrum des unternehmerischen Handelns und steht sinnbildlich für Kontinuität und Transformation.

Das Unternehmen ist längst nicht mehr nur Fleischverarbeiter, sondern ein ganzheitlicher Lebensmittelproduzent, der Millionen von Menschen weltweit tagtäglich mit wertvollen Produkten und Proteinquellen versorgt. 

Für Kunden produziert und vermarktet die Premium Food Group in verschiedenen Geschäftsbereichen Fleisch- und Wurstwaren, Veggie-Produkte, Convenience-Artikel und Fertig-Gerichte, Tierfutter, Saucen, Suppen, Nebenprodukte wie Eiweiße, Fette und Mehle und vieles mehr. Die Gruppe liefert darüber hinaus Rohstoffe für die Pharma-Industrie und für Bio-Kraftstoff, betreibt eigene Kühlhäuser sowie einen Frische- und Ultrafrische-Logistiker und hat in viele weitere Felder entlang der Wertschöpfungskette investiert.

„Das war der schlimmste Tag in meinem Leben“

Das Doppeljubiläum ist nicht nur ein Anlass zum Rückblick, sondern auch zur Einordnung: Die Entwicklung der vergangenen 55 Jahre zeigt, wie eng unternehmerischer Erfolg mit der Fähigkeit verbunden ist, sich immer wieder neu anzupassen, Verantwortung zu übernehmen und aus Herausforderungen zu lernen. „Entscheidend ist nicht, ob man Rückschläge erlebt – sondern wie man damit umgeht“, blickt Clemens Tönnies auf seine und die Unternehmensgeschichte zurück.

Eine der größten Herausforderungen in all dieser Zeit? Der plötzliche Tod von Bernd Tönnies 1994. „Das war der schlimmste Tag in meinem Leben“, verdeutlicht Clemens Tönnies. „Er war der Souverän und Visionär des Unternehmens. Von einem auf den anderen Tag war er nicht mehr da.“ Clemens Tönnies übernahm das Ruder und konnte sich dabei auf das bestehende Führungsteam verlassen. Er entwickelte das Familienunternehmen weiter und verwirklichte damit den Traum der beiden Brüder. „Ich bin mir aber sicher, er schaut zufrieden von oben auf das herab, was aus unserer Vision geworden ist.“

Fabian Reinkemeier – PFG Corporate Communications

Fabian Reinkemeier

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